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Facebook-Postings können zur Kündigung führen

Facebook-Postings können zur Kündigung führen

Soziale Medien sind eigentlich Privatsache. Aber nicht immer lassen sich Arbeit und Privates trennen. Wenn Kollegen oder sogar der Chef mitlesen können, sollten Sie besonders vorsichtig mit Ihren Postings sein. Schnell ist etwas veröffentlicht, was nicht für jedermanns Augen bestimmt ist. Schlimmstenfalls kann ein Posting arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Soziale Netzwerke als Zeuge

Wird die private Nutzung von Facebook und Co. von vielen Arbeitgebern toleriert, können unangemessene Posts zu arbeitsrechtlichen Sanktionen bis hin zur Kündigung führen. Bevor Sie also überstürzt Ihrem Ärger online Luft verschaffen, sollten Sie lieber eine Runde um den Block gehen, um sich wieder zu beruhigen. Aber nicht nur arbeitgeberfeindliche Äußerungen können Ihnen zum Verhängnis werden, sondern auch falsche Krankmeldungen können schnell zur Stolperfalle werden. Wer sich offiziell krank meldet, sollte keine Fotos von sich bei privaten Tätigkeiten zeigen. Das ist für Arbeitgeber definitiv ein Kündigungsgrund.

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum

Das müssen viele Arbeitnehmer erst noch lernen. Öffentliche Facebook-Posts haben denselben Stellenwert wie andere öffentliche Meinungsäußerungen. Arbeitgeber dürfen die so erlangten Informationen auswerten und Konsequenzen daraus ziehen. Beleidigungen, auch mit Hilfe von Emoticons, rechtfertigen eine fristlose Kündigung. Das gesprochene Wort ist flüchtig, Beleidigungen im Internet sind nachlesbar. Das macht Zeugen heutzutage nicht mehr nötig.
Ein Auszubildender aus Bochum bezeichnete seinen Arbeitgeber auf Facebook als Menschenschinder und Ausbeuter. Seine Arbeit beschrieb er als „dämliche Scheiße für Mindestlohn – 20 Prozent“. Das fand der Arbeitgeber alles andere als witzig und kündigte seinem Lehrling. Der berief sich daraufhin auf die Meinungsfreiheit, dass es sich um eine allgemeine Kritik an den wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen gehandelt habe. Das Landesarbeitsgericht Hamm sah das anders, die außerordentliche Kündigung war auch ohne Abmahnung rechtskräftig. Da der Azubi seine Kritik über Monate öffentlich einsehbar gelassen hat, konnte laut Gericht auch nicht mehr von einer „augenblicklichen, wenn auch heftig überzogenen Unmutsäußerung“ die Rede sein.

Vermischung von Privat- und Berufsleben sorgt für Konflikte

Arbeitsrechtliche Fragen in und um die sozialen Medien haben auch deshalb stark zugenommen, weil die Grenzen zwischen privater und geschäftlicher Kommunikation stark verschwimmen. Arbeitsrechtler empfehlen deshalb Betriebsvereinbarungen und Schulungen zum Umgang mit den sozialen Medien, um mögliche rechtliche Gefahren rechtzeitig zu erkennen. Vor Gericht fällt in jedem Streit um Beleidigung eine Einzelfallentscheidung, die nach Wortwahl, Ort der Äußerung und Gericht unterschiedlich ausgehen kann. Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte auch online seine Privatsphäre gut schützen.

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Autor: Redaktion