Anzeige
Reiserecht: Das ändert sich zum 1. Juli 2018

Reiserecht: Das ändert sich zum 1. Juli 2018

Genau zu den Sommerferien ändert sich einiges beim Thema Reiserecht – zum Vor- und zum Nachteil für Verbraucher.

Zuerst die schlechte Nachricht: Ab 1. Juli 2018 müssen Reisende höhere Preisaufschläge für schon gebuchte Reisen hinnehmen. Der Veranstalter darf den Preis bis zu 20 Tage vor Reisebeginn um bis zu acht Prozent erhöhen. Bisher waren etwa fünf Prozent erlaubt - bis zu 40 Tage vor Reisebeginn.

Der kostenlose Rücktritt von einer Reise ist nicht mehr so leicht möglich wie bisher – und auch nur in manchen Fällen überhaupt machbar.

Gründe für einen kostenlosen Rücktritt von einer Reise können ab 1. Juli 2018 sein:

  • Naturkatastrophen im Urlaubsland
  • politische Unruhen
  • das Auswärtige Amt spricht eine Reisewarnung für den Urlaubsort aus
  • der Veranstalter verteuert die Reise um mehr als acht Prozent (bisher möglich: mehr als fünf Prozent)
  • Ändert sich zum Beispiel die Reiseroute einer Kreuzfahrt nach der Buchung wesentlich, ist eine kostenlose Stornierung ebenfalls möglich

Doch es gibt auch gute Neuigkeiten für Verbraucher: Gibt es Mängel zu beanstanden, können Urlauber diese noch zwei Jahre nach der Rückkehr von der Reise geltend machen. Dies ging bisher nur bis zu einem Monat nach Urlaubsende.

Einige Veränderungen im Pauschalreiserecht

Wesentliches ändert sich zum 1. Juli 2018 auch im Pauschalreiserecht:

  • Ferienhäuser, die beim Veranstalter direkt gebucht werden, fallen nicht mehr unter das Pauschalreiserecht. Sie unterliegen stattdessen dem Mietrecht des jeweiligen Landes, in dem sie sich befinden.
  • Tagesreisen, die mehr als 500 Euro kosten, gelten künftig als Pauschalreise.

Die Änderungen sollen Reisende jedoch auch schützen, sodass sie gerade bei Onlinebuchungen besser abgesichert sind. Der Betreiber eines Online-Reiseportals ist demnach künftig genauso in der Pflicht wie ein Pauschalreiseanbieter. "Click-Through-Buchungen" (sogenannte "verbundende Online-Buchungsverfahren") fallen ab 1. Juli ebenfalls unter das Pauschalreisegesetz.

Das heißt, wer innerhalb von 24 Stunden durch Weiterklicken einzelne Leistungen bucht, kann davon ausgehen, dass der erste Anbieter, bei dem er geklickt hat und im gleichen Angebot weitergeleitet wurde, wie ein Pauschalreiseanbieter haftet. Außerdem gilt ab 1. Juli: Wer direkt in einem Reisebüro bucht, der ist automatisch vor dessen Insolvenz versichert.

Zur Erinnerung: Seit 13. Januar 2018 sowieso schon klar: Wer seine Reise online mit Visa oder Kreditkarte bucht, bei dem dürfen keine Extrakosten mehr anfallen.

Was sich zum 1. Juli außerdem noch ändert, erfahren Sie hier!

Das könnte Sie auch interessieren:

Autor: Nadja Gharany