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Gen-Schere: So viel kostet ein Designerbaby

Kinder-Shopping?

Gen-Schere: So viel kostet ein Designerbaby

Blaue Augen und blonde Haare? Oder doch lieber braune Augen und schwarze Haare? Ein Kind zusammenstellen, so leicht gemacht wie ein Einkauf im Supermarkt – möglich macht das die sogenannte Gen-Schere.

Wunschkinder aus Wunsch-DNA: So funktioniert die Gen-Schere

Das Geschäft mit dem Kinderwunsch ist ein knallhartes Business. Eine fremde Eizelle kostet rund 1.000 Euro, eine Leihmutter bekommt man ab 35.000 Euro aufwärts. Kinderkriegen wird immer mehr zu einer Sache des Geldes – und der Forschung. Und die Methoden sind ethisch nicht immer ganz unumstritten. Ein neues Zeitalter der Gentherapie soll dabei die sogenannte Gen-Schere CRISPR/Cas9 einläuten. Mit dieser Methode lässt sich menschliche DNA viel leichter und gezielter verändern als bisher. Gemäß dem Motto: "Was nicht passt, wird passend gemacht." Die gesundheitlichen Folgen sind bisher für die herangezüchteten Kinder jedoch nicht absehbar.

Nicht nur Erbkrankheiten können mit der Gen-Schere einfach weggeschnitten, sondern auch Wunschkinder mit ihr erschaffen werden. Was ein bisschen nach Frankensteins Labor klingt, ist im Prinzip auch so. Mit der Gen-Schere sollen Wunschkinder ganz nach den Vorgaben der Eltern geschaffen werden. So können Mama und Papa ihr Super-Baby im Labor züchten lassen. Vorausgesetzt, man hat das gewisse Kleingeld. Satte 140.000 Euro kostet ein Designerbaby.

Ethische Bedenken

Um Krankheiten der Wunschkinder auszuschließen, wird das Erbgut der Designerbabys gescannt und auf Krankheiten untersucht. Besteht ein Verdacht, werden diese Embryos aussortiert. Kritiker der Gen-Schere befürchten, dass es nicht bei diesem Eingriff ins Erbgut bleibt. Denn mit der Gen-Schere können nicht nur Krankheiten korrigiert, sondern auch äußerliche Eigenschaften wie die Augen- oder Haarfarbe verändert werden. Wo sind hier die ethischen Grenzen? Mit dem Eingriff in das Erbgut des Embryos können Mediziner im Prinzip nicht nur die äußerlichen Merkmale des Kindes festlegen, sondern auch versuchen, weitere Eigenschaften des Menschen zu verbessern. Der Deutsche Ethikrat warnt davor, dieses neue Werkzeug der Gentechnik unkontrolliert für Veränderungen in der menschlichen Keimbahn einzusetzen. Und fordert, dass das Thema Gen-Schere nicht alleine den Wissenschaftlern überlassen werden darf.

Diese Vorgehensweise ist in einigen Ländern bereits möglich, wie z.B. in den USA oder China. In Deutschland sind sowohl die Gen-Schere als auch die Eizellenspende verboten.
 
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Autor: Redaktion