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Island: Walfänger beenden Zwergwaljagd

Island: Walfänger beenden Zwergwaljagd

Der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) berichtet, dass das Ende der Zwergwal-Fang auf Island angeblich kurz vor seinem Ende steht. Laut isländische Medien wurden 2018 erst sechs Zwergwale getötet. Die selbst gegebenen Quote für dieses Jahr soll 262 Tieren betragen. Alle sechs Tiere seien zu Beginn der Saison im Juni getötet worden, im Juli, gewöhnlich der Höhepunkt der Walfangsaison, sei dagegen kein einziges Tier harpuniert worden. Seit Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs in Island 2003 waren niemals weniger Wale gefangen worden. 2017 waren insgesamt 17, in 2016 noch 46 Zwergwale getötet worden.

"Das sind sehr gute Nachrichten für Zwergwale und für Island", sagt Andreas Dinkelmeyer, Meerescampaigner vom IFAW. "Das Ende des Zwergwalfangs wird sich sehr positiv auf die Walbeobachtungsbranche auswirken".

Laut Gunnar Jonsson, Sprecher der Zwergwalfangfirma, hat die Vergrößerung des Walschutzgebietes in der Faxafloi-Bucht vor der Hauptstadt Reykjavik den Walfang sehr erschwert. Bis zu 85 Prozent der in Island gefangenen Zwergwale waren in dem jetzt geschützten Gebiet gefangen worden. Die Walfänger müssen nun weiter aufs Meer hinausfahren, was teurer ist und mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Schutz für Wale bereits Ende 2017 vergrößert

Letzten Dezember hatte die Fischereiministerin Thorgerdur Katrin Gunnarsdottir das Walschutzgebiet vergrößert. Der IFAW, der isländische Whalewatching-Verband Icewhale und der isländische Tourismusverband SAF hatten jahrelang dafür geworben, das Schutzgebiet zu vergrößern.

"Trotz dieser sehr guten Nachrichten gibt es noch viel Arbeit für uns in Island und in andern Walfangländern. So wurde dieses Jahr Zwergwalfleisch aus Norwegen importiert. Und auch wenn die Walfänger ihren Walfang beendet haben, überlegen sie doch, in Zukunft mehr Fleisch aus Norwegen zu importieren. Der IFAW wird sich weiterhin dafür einsetzten, diese grausame, unnötige und verschwenderische Jagd zu beenden. Wir werden das in derselben respektvollen Art und Weise machen, die beim Zwergwalfang nun erfolgreich war", so Dinkelmeyer weiter.

Zwergwalfleisch noch immer sehr begehrt

Das Fleisch der Zwergwale wird in Island verkauft, wobei inzwischen Touristen die größten Mengen verzehren. Laut der letzten von Gallup durchgeführten Umfrage im Oktober 2017 essen ein Prozent der Isländer regelmäßig Walfleisch. 81 Prozent der Isländer geben an, kein Walfleisch zu essen.

Zusammen mit dem isländischen Whalewatching-Verband Icewhale klären IFAW-Mitarbeiter Touristen über die Zusammenhänge von Walfleisch und der lokalen Waljagd unter dem Kampagnenmotto "Meet us, don't eat us" auf. Hatten 2009, vor Beginn der Kampagne, noch 40 Prozent der Touristen angegeben, Walfleisch probiert zu haben, waren es 2017 noch 11,4 Prozent.

Erst im Juli sorgte das Töten eines speziellen Wales für internationale Aufregung: Die isländische Walfangfirma Hvalur hatte vermutlich einen streng geschützten Blauwal getötet. Seit 40 Jahren der erste. Die Meeresschutzorganisation "Sea Sepherd" sprach zu diesem Zeitpunkt sogar davon, dass die Firma von Kristján Loftssons 2018 bereits 21 stark gefährdete Finnwale getötet habe.

Walfang: Japan macht weiter

Japan schert sich nicht um eine internationale Ächtung beim Thema Walfang: Dieses Jahr hat sich Japan sogar dazu entschlossen, noch mehr Wale zu fangen. Der kommerzielle Walfang ist seit 1985 international verboten. Japan nutzt aber eine Lücke in der Vereinbarung, wonach Wale zu Forschungszwecken getötet werden dürfen. Außerdem bezieht sich Japan beim Walfang auf die Rolle den der Walfang in der japanischen Tradition hat.

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Autor: Nadja Gharany