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Die Krätze ist wieder auf dem Vormarsch

Dermatologen warnen

Die Krätze ist wieder auf dem Vormarsch

Seit einiger Zeit melden Gesundheitsämter eine steigende Anzahl an dokumentierten Krätze-Fällen – vor allem im Raum NRW. Allerdings ist es nicht so, dass sich die Krankheit wie eine Art Seuche über das Land erstreckt. Vielmehr scheint es, dass die Milben gelernt haben "unauffälliger zu arbeiten". Wir klären die fünf häufigsten Fragen zum Thema.  

Was ist die „Krätze“?

Verantwortlich für das Jucken der Haut ist eine Milbe: Die Skabies-Milbe hat ein kräftiges Gebiss, mit dem sie sich durch die oberste Hautschicht beißt. Sie baut Tunnel, in die sie ihre Eier legt. Nach ein paar Tagen schlüpfen dann Larven, die sich auf der Haut verteilen. Die Haut wird schuppig-krustig und es bilden sich Knötchen. Und das juckt.

Wo halten sich die Milben auf?

Die winzigen Krätzmilben lieben es– wie viele ihrer Artgenossen – sich auf dünnen Hautschichten auszubreiten. Je dünner die Schicht, um so schneller können sich die Milben durchbeißen und sich vermehren. Am liebsten lagern sie sich zwischen den Fingern, unter der Achsel, im Intimbereich und im Nabel ab.

Wer bekommt die Krätze?

Um von Mensch zu Mensch übertragen zu werden, brauchen die Parasiten Hautkontakt, der mehrere Minuten dauert. Es besteht also keine Gefahr, die Hautkrätze über ein Händeschütteln oder eine kurze Begrüßung zu bekommen.

Ansteckung wegen mangelnder Hygiene?

Nein. Milbentiere an sich begleiten den Menschen seit Jahrtausenden. Müssen viele Menschen allerdings auf längere Zeit unter unhygienischen Bedingungen eng zusammenleben, sind das die optimalen Voraussetzung für die Verbreitung der Milben.

Wie geht man gegen die Krätze vor?

Die Hilfe beginnt mit der Diagnose, die allerdings dauern kann. Denn das erste klinische Bild einer Krätze ähnelt zunächst einer Allergie oder einem Ekzem. Ist die Krankheit erkannt, kann der Arzt ein Anti-Milben-Medikament verabreichen, das die Erreger abtötet. Ratsam ist es auch, Textilien, die in Hautkontakt stehen, regelmäßg bei 60 Grad zu waschen. Meldepflichtig ist die Krätze übrigens nicht.

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Autor: Nadja Gharany