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Winterzeit: Die Zeitumstellung und ihre Folgen

Wer hat an der Uhr gedreht? Die Winterzeit ist zurück

Winterzeit: Die Zeitumstellung und ihre Folgen

Als die EU-Kommission im Sommer eine Onlineumfrage startete, war die Zeitumstellung in aller Munde. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Die Mehrheit der Befragten sprachen sich gegen die Zeitumstellung aus. Auch wenn es fürs Erste bei der Umstellung der Uhren bleibt: Was macht das eigentlich mit uns?

In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist es wieder soweit: Im ganzen Land drehen sich die Uhren eine Stunde zurück. Zweimal im Jahr müssen sich die Bürger in der gesamten Europäischen Union auf die neue Zeit einstellen – wobei dies trotz der Vorausherbarkeit nicht ohne Spuren an uns vorbeigeht. Damit meinen wir nicht nur die alljährlich aufs Neue auftauchende Verwirrung, in welche Richtung die Zeit denn nun umgestellt wird, sondern vor allem die Auswirkungen auf den menschlichen Organismus.

Eines vorweg: Zur Zeitumstellung gibt es einige hilfreiche Eselsbrücken, die dabei helfen, die Richtung, die der Uhrzeiger nehmen muss, zu verinnerlichen. Hier ein paar Beispiele: "Im Frühjahr stellt man die Gartenmöbel vor die Tür, im Herbst stellt man sie zurück in den Schuppen" oder "Spring forward, fall back". Da wir uns nun im Herbst befinden, stellen wir die Zeit dieses Wochenende also zurück. Zwar gewinnen wir damit eine Stunde Schlaf, dennoch spüren viele Menschen diese Umstellung deutlich.

Pro und Contra Zeitumstellung

Zu sagen, die Umstellung der Zeit habe definitiv eine Auswirkung auf den menschlichen Organismus, wäre aber zu einfach gedacht. Laut EU-Kommission gibt es noch keine eindeutigen Ergebnisse, was die gesundheitlichen Auswirkungen der Zeitumstellung angeht. Denn sie beeinflusst den Biorhythmus sowohl negativ als auch positiv – etwa, weil wir den Tag mithilfe der Zeitumstellung besser nutzen können. Im Sommer sind wir durch die Sommerzeit abends länger aktiv, was sich wiederum positiv auf die Gesundheit auswirkt.

Historisch gesehen war die optimale Nutzung der hellen Stunden auch der Hauptgrund für die Einführung der Sommerzeit (Winterzeit = Normalzeit). In der Bundesrepublik Deutschland löste die Ölkrise der 70er-Jahre die erneute Einführung der Zeitumstellung aus. Ziel war es, durch die optimale Nutzung der Sonne im gesamten Jahr Energie zu sparen. Auch wenn die Energieersparnis wohl einer der Grundgedanken für die Zeitumstellung war, haben Studien gezeigt, dass teilweise sogar mehr Strom verbraucht wird. So wird im Sommer zwar elektrisches Licht am Abend gespart, dafür aber in den kalten Monaten morgens mehr geheizt.

Menschen spüren die Umstellung

Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage ist der Wunsch nach der Abschaffung der Zeitumstellung nicht ganz unbegründet. Zu den häufigsten Beschwerden der Bundesbürger gehören dabei Schlafstörungen sowie Einschlafprobleme nach der Umstellung, unter der über 63 Prozent der Frauen und über die Hälfte der Männer leiden. Außerdem gehen mit der Zeitumstellung Konzentrationsstörungen und Gereiztheit einher. Besorgniserregend sind vor allem die zehn Prozent der Befragten, die sogar depressive Verstimmungen als Folge der Zeitumstellung angaben.

Neben der Vielzahl an Umfragen zu den gesundheitlichen Folgen, gibt es mittlerweile aber auch viele Studien zum Thema Zeitumstellung. "Die Mehrheit der Studien sieht Zusammenhänge zwischen der Zeitumstellung und Themen wie Schlafstörungen, Müdigkeit und Depressionen", sagt Prof. Dr. Volker Nürnberg, Experte für Gesundheitsmanagement im Zuge der von der DAK durchgeführten Forsa-Umfrage. Ein Gros der Menschen scheint die Umstellung der Zeit zu spüren, wenn auch nur temporär. Nach einem aktuellen Vorschlag der EU-Kommission soll die letzte europaweit verpflichtende Zeitumstellung im März 2019 stattfinden. Bis April nächsten Jahres müssen dann alle Mitgliedsstaaten festlegen, ob sie die Zeitumstellung beibehalten oder darauf verzichten.

Autor: Julia Weinzierler